Koalition aus ideologischen Gründen gegen sinnvolle städtebauliche Weiterentwicklung des Montgeronplatzes

20.07.2023

Letzte Woche hatten wir an dieser Stelle auf unsere Initiative für die nächste Stadtverordnetenversammlung hingewiesen, die derzeit auf dem Montgeronplatz ausgewiesenen öffentlichen Parkplätze in eine neu zu errichtende Tiefgarage zu verlegen und auf diese Weise nicht nur mehr Parkplätze an Ort und Stelle zu schaffen, sondern auch den Montgeronplatz selbst mit neuer Aufenthaltsqualität für die Bürger zu versehen. Dieses Ansinnen entspricht im Übrigen dem im Masterplan 2030+ manifestierten Bürgerwillen.

Nachdem die Ausschüsse der Stadtverordnetenversammlung letzte Woche getagt haben, kommen Eschborns Freie Demokraten allerdings zu folgendem Resümee:
Anwohner des Wohnquartiers rund um das Bürgerzentrum, die darauf gehofft hatten, dass wildes Parken in den Anliegerstraßen sich in der Zukunft stark reduziert; oder, dass der Montgeronplatz nicht mehr den Charme einer Autostätte hat, sondern ein Ort der Muße und des Verweilens zur Naherholung wird, werden enttäuscht.

All das möchte die Koalition aus CDU, Grünen und FWE nicht. Denn diese lehnen die Chance auf eine solche städtebauliche Weiterentwicklung der vorhandenen Situation ab. Natürlich wird die ablehnende Haltung begründet. „Denn wer etwas erreichen möchte, findet Lösungen, wer nicht möchte, findet Gründe“

Zuvorderst wird argumentiert, dass der Bau einer Tiefgarage auf Grundstücken der Stadt Eschborn und der evangelischen Andreasgemeinde eine Vermischung von Kirche und Stadt sei. Zudem seien die Kosten zu hoch und möglicherweise werde eine Neuanpflanzung von Bäumen notwendig, um nur einmal die Highlights der den Unwillen bezeugenden Ausreden zu nennen.

Eine Tiefgarage, bei der die Stadt und die Kirche anteilig ihre vertraglich festzulegenden Investitions- und Unterhaltungskosten tragen, ist keine Vermischung von Kirche und Staat, sondern lediglich ein Projekt zweier öffentlich-rechtlicher Körperschaften mit Synergie-Effekten, wie sie in der Republik hundertfach vorkommen.

In dem von der Koalition verabschiedeten Haushalt der Stadt Eschborn finden sich zudem Zuschüsse für alle Kirchengemeinden, bspw. in der Senioren-, Kinder- und Familienarbeit, oder auch verschiedene projektbezogene Förderungen. Die Stadt transferiert dadurch jährlich Mittel in Millionenhöhe an die vier örtlichen Kirchengemeinden. Wenn man keine Vermischung von Stadt und Kirche will, müsste die Koalition diese Dinge allesamt aus dem Haushalt streichen. Das wäre jedenfalls konsequent.

Die Freien Demokraten bedauern sehr, dass die günstige Gelegenheit mit dem Neubau der Kirche der Andreasgemeinde nicht genutzt werden soll, um eine für alle – Ungläubige, Andersgläubige und Christen – sinnvolle Stadtentwicklung zu erreichen bzw. noch nicht mal eine Prüfung der Idee unterstützt wird.

Der Horizont der Koalition aus CDU, Grüne und FWE endet leider bei Lastenrädern und „Babbelbänken“. Für die großen Dinge fehlt es offenbar an der notwendigen Weitsicht.

Eschborn, 18.07.2023