Faktencheck zur Pressemitteilung der CDU vom 04.03.2021

Die CDU lässt in ihrer Pressemitteilung vom 4.3.2021 verlautbaren, dass sie das Vorhaben von Bürgermeister Shaikh und der Verwaltung, in der alten Jahnschule (Juze) „ein neues Zuhause für die Eschborner Vereine“ entstehen zu lassen ausdrücklich unterstütze. Geplant sei, dass die Vereine und engagierte Bürgerinnen und Bürger dort unabhängig von Schließzeiten die Räume nutzen können.

Man will sich nur wundern, außer man bedenkt, dass wir kurz vor der Kommunalwahl stehen. Denn das den Ausschüssen vorgelegte Nutzungskonzept des Bürgermeisters und seiner Verwaltung sieht nämlich eine Beteiligung der Vereine gar nicht vor. Im Gegenteil. Dort heißt es explizit, dass „Bürgerinnen und Bürger dort ihren Ideen und Hobbies nachgehen, ohne auf die Kooperation von Hausmeistern, Vereinen oder nachsichtigen Nachbarn angewiesen zu sein.“

Aha! Kein Wort im gesamten Nutzungskonzept darüber, dass auch nur ein Eschborner Verein oder das Volksbildungswerk als Träger des Eschborn K eingebunden ist oder werden soll. Den Eindruck, dass das geplante Nutzungskonzept eine Konkurrenz zum Eschborn K ist, hat nicht – wie von der CDU behauptet – die FDP mit ihrem Stadtteil-Flyer erweckt, sondern das vorgelegte Nutzungskonzept selbst.

Dass die Eschborner Vereine überhaupt eine Rolle bei den weiteren Planungen spielen, geht in erster Linie auf die Initiative der FDP in der letzten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales und Sport (AJSS) zurück. Im Ausschuss einigte man sich darauf, dass nun ein neues Nutzungskonzept entwickelt wird, das die Bedürfnisse der Vereine überhaupt erst berücksichtigt. Mit anderen Worten, ein derartiges Konzept gibt es noch gar nicht, sondern es muss schlicht und ergreifend umgeplant werden.

Was sich der Bürgermeister nun also lautstark auf die Fahne schreibt und von der CDU gehuldigt wird, ist ganz und gar nicht auf seinem Mist oder dem seiner Verwaltung gewachsen. Im Gegenteil: der AJSS hat die ursprüngliche Planung nicht gebilligt und eine Änderung beschlossen. Dass sich nun auch noch die Vorsitzende des Vereinsrings mit einem Statement auf die Seite des Bürgermeisters schlägt, ist nicht verwunderlich – sie ist gleichzeitig die Leiterin unseres Fachbereichs 1 im Rathaus und damit eine der engsten Mitarbeiterinnen des Bürgermeisters – mehr Parteiarbeit geht nicht.

Die Richtung, in die der AJSS die Planung nun gedreht hat, stimmt. Allerdings geht uns Freien Demokraten die Beteiligung der Vereine in den Planungen noch nicht weit genug. Es soll wohl in dem zu entwickelnden Konzept um nur eine vorübergehende, stundenweise Nutzungsmöglichkeit gegen Gebühr gehen.

Wir wollen, dass so viele Vereine wie möglich in der alten Jahnschule dauerhaft beheimatet werden und dort feste Räume haben, in denen sie auch Vereinsunterlagen und -utensilien lagern können, so wie dies derzeit im alten Rathaus in der Hauptstraße der Fall ist. Dies würde auch den Anwohnern rund um die alte Jahnschule sehr entgegenkommen, da diese jahrzehntelang mit Lärm und Chaos rund um das Juze zu kämpfen hatten.

Wie die CDU darauf kommt, dass in der alten Jahnschule in der Jahnstraße eine Stadtbibliothek oder Mediathek entstehen soll und dies womöglich noch das Ansinnen der FDP sei, bleibt leider unklar und verdreht völlig die Fakten. Die FDP hat immer dafür plädiert, das alte Rathaus in der Hauptstraße neben der evangelischen Kirche dafür vorzusehen. Dieser erschreckende Fauxpas ist wohl auf mangelnde Ortskenntnisse oder Lesefähigkeiten des oder der CDU-Verfasser zurückzuführen.

Eschborn, 09.03.2021


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