Grüne Stadträtin legt Axt an die Wurzeln der Kinderbetreuung

Das neue Jahr ist kaum zwei Wochen alt, da sorgt die Koalition aus CDU, Grünen und FWE erneut für Negativschlagzeilen. Die von der Koalition gewählte Erste Stadträtin möchte in zwei örtlichen Kindertagesstätten die Gruppengrößen erweitern – zu Lasten des dortigen besonderen Betreuungskonzepts und somit auch zu Lasten der Kinder.

Die Kindertagestätten Dörnweg und Odenwaldstraße leben schon seit vielen Jahren das Konzept der „erweiterten Altersmischung“, das heißt, Kindergarten- und Grundschulkinder werden gemeinsam betreut. Baulich sind die Räumlichkeiten auf das Nutzungskonzept entsprechend zugeschnitten. Erweiterungen sind wohl nicht möglich.

Eingeführt wurde das erfolgreiche Betreuungskonzept unter dem damaligen Ersten Stadtrat Mathias Geiger (FDP), der viele Jahre für die Kinderbetreuung im Eschborner Rathaus verantwortlich war. Geiger selbst reiste mit einer Eschborner Delegation zuvor nach Vaanta (Finnland), um sich persönlich ein Bild des dort weit verbreiteten Betreuungskonzepts zu machen. Ausschlaggebend war vor allem das gute Abschneiden Finnlands in den Pisa-Studien.

Schon vor einigen Jahren wurde ein Versuch unternommen, die Gruppengrößen zu erweitern und das erfolgreiche Konzept damit zu beerdigen. Heute wie damals waren die Grünen federführend in der Sache. Der zuständige Erste Stadtrat hieß seinerzeit noch Thomas Ebert. Aufgrund der Widerstände von Eltern und Mitarbeitern machte dieser jedoch im letzten Moment einen Rückzieher und gab sein Vorhaben wieder auf.

Nun also wagt Eberts Nachfolgerin und Parteikollegin, Bärbel Grade, einen erneuten Versuch – wenig überraschend wiederum zum Unmut der Eltern und Mitarbeiter, die sich vehement gegen das Vorhaben wehren.

Die Fraktion der Freien Demokraten hat vergangene Woche bereits Gespräche mit Eltern und Mitarbeitern geführt und sich über die Vorgänge informieren lassen. Im Vorfeld soll es wohl keinerlei Gespräche zwischen der Verwaltung und den Eltern und Mitarbeitern der betroffenen Einrichtungen gegeben haben. Es ist auch die Rede davon, dass die Verwaltung Druck auf Mitarbeiter ausgeübt habe, sich nicht gegen die geplante Änderung zur Wehr zu setzen.

In ihrer Not wandten sich vor allem die Elternbeiräte an die Fraktionen und wollten diese zu einer Besichtigung in die besagten Einrichtungen einladen, um vor Ort das besondere Konzept und die Gegebenheiten zu erläutern. Dies wurde von Seiten der Verwaltung jedoch verboten.

Immerhin hat die Erste Stadträtin aufgrund des Widerstands die Zeichen der Zeit erkannt und die Vorlage in die nächste Sitzungsrunde im März geschoben. Es gibt erste Anzeichen, dass nun doch Gespräche mit den involvierten Personen geführt werden sollen – ja selbst die Fraktionen wurden plötzlich zu einem Gespräch geladen.

Die Freien Demokraten werden das Vorhaben der Ersten Stadträtin jedenfalls nicht unterstützen – weder heute noch im März. Vielmehr hoffen wir nachdrücklich, dass auch die Koalitionäre von CDU, Grünen und FWE ihrer Ersten Stadträtin die Unterstützung verweigern, zum Wohle der betroffenen Kinder.

Eschborn, 17.01.2023


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