Kommunalwahl: Nein zur Josefstadt-West

Die Koalition im Frankfurter Römer (CDU, SPD, Bündnis90/Die Grünen) will direkt vor unserer Haustür einen neuen Mega-Stadtteil errichten, die sog. Josefstadt: Der Stadtteil soll zwischen Praunheim, Niederursel und Riedberg sowie direkt angrenzend an Eschborn, Steinbach und Oberursel entstehen. Das gesamte Areal, das durch die Autobahn 5 in einen östlichen und – auf Eschborner Seite – einen westlichen Teil geteilt würde, umfasst insgesamt 550 Hektar. Obwohl das Vorhaben regional auf starke Widerstände stößt, plant die Stadt Frankfurt munter weiter, ohne die Kritiken und einen entgegenstehenden Beschluss der Regionalversammlung auch nur ansatzweise zu würdigen.

Klar ist: Dieses Gebiet wird ganz sicher kein zweiter Riedberg werden. Die Vorplanungen gingen von bis zu 60 Wohneinheiten je Hektar aus: Daraus ergeben sich rechnerisch rund 11.400 Wohnungen bzw. 35.000 Einwohner. Das wäre für unsere Verhältnisse im Rhein-Main-Gebiet eine außerordentlich hohe Einwohnerdichte. Der Siegerentwurf sieht wie befürchtet in jedem der Quartiere bis zu zwölfgeschossige Hochhäuser vor, die ungeschützt dem Lärm der Autobahn ausgesetzt sein werden.

Im Siegerentwurf heißt die Josefstadt-West jetzt Steinbach-Ost – wird aber von Frankfurt geplant, was die Nachbarn aus Steinbach ganz und gar nicht witzig finden. Das zugrundeliegende Problem bleibt: Mit dem damit verbundenen baulichen Heranrücken Frankfurts an die Grenze von Eschborn, Steinbach und Oberursel, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es wieder zu Überlegungen einer Gebietsreform (Stichwort: Eingemeindung) kommen wird. Dies gilt es, mit aller Kraft zu verhindern!

Wegen der Finanzierungsregeln für den Infrastrukturausbau müssen wir außerdem damit rechnen, dass die Josefstadt auf Jahre hinaus nur über die derzeit bestehenden Verkehrswege erschlossen wird. Was das bei bis zu 35.000 Einwohnern für Eschborn und die Nachbargemeinden bedeutet, kann sich jeder ausmalen.

Insgesamt werden durch das Vorhaben bis zu 550 Hektar Naherholungsflächen, hochwertiges Ackerland und Raum für Flora und Fauna zerstört. Noch unberücksichtigt dabei sind Flächen, die außerhalb der Frankfurter Stadtgrenzen für den Anschluss an Straße und Schiene benötigt werden. Hinzukommt, dass Kaltluftentstehungsgebiete verschwinden werden und die Frischluftzufuhr aus dem Taunus durch die geplante Dichte der Bebauung massiv gestört wird. Über viele Jahrzehnte hinweg galt der Eingriff in die sog. Frischluftschneise als absolutes Tabu.

Die FDP Eschborn wird in der nächsten Wahlperiode alle erdenklichen Mittel in die Waagschale werfen, um das Baugebiet westlich der Autobahn 5 zu verhindern. SPD und Bündnis90/Die Grünen befürworten das Mega-Baugebiet ganz offen, die Freien Wähler (FWE) vollführten in der Vergangenheit einen politischen Eiertanz ohne klare Linie. Die CDU ist leider teilweise dafür bekannt, zwecks Machterhalts eigene Prinzipien im Eilverfahren über Bord zu werfen. Insofern bleibt abzuwarten, ob die Eschborner CDU bei ihrer bisherigen klaren Ablehnungshaltung bleibt.

Die FDP Eschborn ist der einzige zuverlässige Partner, um den Eschborner Widerstand gegen das Baugebiet durchzusetzen bzw. zu organisieren. Die FDP Eschborn war von Anfang an gegen das Baugebiet. Eine Unterschriften-Aktion hatte großen Erfolg: Über 1.000 Eschborner Bürgerinnen und Bürger schlossen sich den Freien Demokraten an und dokumentierten ihre Ablehnung des Bauvorhabens.

Eschborn, 09.02.2021


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