Wiesenbad: Keine Beckentrennung für Vereine und Schulen, aber ein „grünes“ Dach

In der letzten Stadtverordnetenversammlung, am Donnerstag, dem 15.07.2021, war wiederholt das Wiesenbad bzw. der Neubau der zusätzlichen Schwimmhalle Thema.
Durch mehrere Änderungen in der Planung, Mehrkosten aufgrund von Baupreissteigerungen und den damit einhergehend höheren Baunebenkosten, erhöhen sich die Investitionskosten des Projekts um 4,04 Mio. Euro auf nunmehr insgesamt 19,725 Mio. Euro.

In einer Beschlussvorlage hieß es u.a., dass Vereine und Schulen sich eine Beckentrennung gewünscht hätten und diese mittels einer Hubbrücke realisiert werden solle. Durch die Brücke könnte das große Becken in ein 23 und ein 25 Meter langes Becken getrennt werden, wobei das 25 Meter lange Becken auch wettkampftauglich wäre. Der Magistrat bzw. der zuständige Baudezernent und Bürgermeister, listeten eine Reihe von Vorteilen zur Hubbrücke auf.

Durch die Beckentrennung könnten Vereine und Schulen zeitgleich Schwimmkurse für unterschiedliche Leistungsklassen anbieten, die Aufsicht über die Schwimmer würde durch eine begehbare Brücke erleichtert, eine höhere und effizientere Auslastung der Schwimmhalle wäre möglich etc. Die Koalition von CDU, Grünen und FWE düpierte jedoch ihren eigenen Bürgermeister und lehnte die Hubbrücke ab.

Die Freien Demokraten hätten gerne die Mehrkosten in Höhe von 755.000 Euro für eine – aus oben genannten Gründen – sinnvolle und zukunftsfähige Investition mitgetragen.

Die vorgeschlagene Begrünung des Dachs der neuen Schwimmhalle hingegen sieht die FDP kritisch. Die Investitionskosten erhöhen sich dadurch nicht nur um knapp 300.000 Euro, sondern auch die Gefahr, dass sich Nässe staut und dadurch Schäden an der Dachkonstruktion oder Undichtigkeiten entstehen. Auch der erhöhte Pflegeaufwand sollte nicht vergessen werden. Damit wurde leider bewiesen, dass Ideologie Vorrang hat vor sinnvollen und praktischen Lösungen.

Südöstlicher Fußweg an der Liegewiese soll erhalten bleiben

In einer weiteren Beschlussvorlage des Magistrats wurde der geänderte Bebauungsplan Nr. 254 – Wiesenbad als Satzung beschlossen. Der Beschluss beinhaltete auch eingegangene Einwendungen und Stellungnahmen von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange (versch. Behörden) sowie die dazugehörigen Abwägungen der Verwaltung.

Ein Bürger hatte sich darüber gewundert, dass der Fußweg südöstlich des Wiesenbads laut Bebauungsplan einfach entfallen solle, obwohl der Weg von Schülern, Radfahrern, Spaziergängern und dort angesiedelten Beschäftigten stark frequentiert würde. Die Verwaltung schrieb in ihrer Abwägung dazu: „Der bestehende Weg zwischen Hauptstraße und Westerbachaue, der für die Erweiterung der Liegewiese in Anspruch genommen werden soll, ist nicht alternativlos. Nur 200 m weiter nördlich führt der Weg über den Parkplatz in die Westerbachaue. Das wird seitens der Stadt Eschborn als zumutbare Alternative angesehen.“ Allerdings kein Wort über den vorhandenen Querverkehr ins Schwimmbad und daraus resultierende Gefahren für Fußgänger und Radfahrer.

Die Fraktion der Freien Demokraten hat deshalb das Ansinnen des Bürgers in den Ausschüssen unterstützt und sich für den Erhalt des Weges eingesetzt. Der Bürgermeister ließ diese Vorlage daraufhin plötzlich nicht abstimmen.

Vor der Stadtverordnetenversammlung teilte der Bürgermeister dann erfreulicherweise mit, dass nun auch er bzw. der Magistrat die Auffassung des Bürgers bzw. der Freien Demokraten teilen und der Weg doch erhalten werden soll.

Die nötige Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer bereitzustellen, sollte gerade für die, die gerne die Fortbewegung mit Verbrennungsmotoren ächten, besonders wichtig sein. An diesem Beispiel zeigt sich, dass es für praktische Politik, für die Bürger dieser Stadt, die Freien Demokraten braucht und wir auch in der Rolle der Opposition ärgerliche Fehler verhindern können.

Eschborn, 03.08.2021


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