Wieviel Absurdität können die Bürgerinnen und Bürger noch hinnehmen?

Die Freien Demokraten haben sich bereits vor einigen Wochen in einer Stellungnahme zur Sperrung der Hauptstraße, zwischen dem alten Rathaus und dem Eschenplatz, geäußert. Die Begründungen von der Stadtverwaltung, im Benehmen mit dem Abwasserverband, sind aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar.

Vorauseilendem Gehorsam geschuldet, weil ein Statiker von Einsturzgefahr berichtet. Wie soll er auch zu einem anderen Ergebnis kommen, um seinen Buckel sauber zu halten – Eschborn hat es ja.

Es stellen sich weiterhin etliche Fragen: Wie viele Statiker haben hier geurteilt? Gab es einen vereidigten Gutachter, der es für notwendig hielt, die Hauptstraße in besagtem Abschnitt sofort zu sperren und „Gefahr in Verzug“ attestierte?

Von der Verwaltung wurde berichtet, dass eine nicht eingezeichnete „Stützmauer“ zum Vorschein kam und dies hätte dazu geführt, dass das Bauwerk temporär ertüchtigt werden musste.

Frage an alle Bürgerinnen und Bürger, die die Baustelle regelmäßig im Blick hatten: Wann und wo hat dort eine Bauwerks- oder Mauerertüchtigung stattgefunden? Wochenlang war kein Arbeiter in Sicht.
Vor zwei Wochen, am 15. Juni, brachten dann zwei Arbeiter gewöhnliche Dachpappe auf. Nun wird noch Kies aufgetragen und sehr zur Verwunderung können auf der quasi einsturzgefährdeten Decke vier schwere Baufahrzeuge geparkt werden.

Soll die Fahrbahndecke nun wieder aufgetragen werden? Konnte mittels Dachpappe das statische Problem gelöst werden? War die monatelange Sperrung der wichtigen Verkehrsachse dafür tatsächlich nötig? Die Verwaltung hat bedauerlicher Weise nur Ausreden.

Jetzt, so die Verwaltung, könne man in Ruhe und besonnen den Neubau des Wasserauffangbeckens planen. Was hat jedoch diese Episode inzwischen gekostet? Oder spielt das zunehmend gar keine Rolle mehr, denn Eschborn hat es ja.

Spricht man mit Gewerbetreibenden rund um die Baustelle, erntet man nur Kopfschütteln, während die Verwaltungsspitze und die Wirtschaftsförderung zeitgleich Einzelhandelskonzepte erstellen, um die Innenstadt zu entwickeln, Kunden zu halten oder gar zusätzliche Frequenzen in die Innenstadt zu bringen. Strategien zur Stärkung der Innenstadt sehen wahrlich anders aus und sollten bei solchen Maßnahmen vor Ort besprochen werden.

Weiterhin ist anzumerken, dass die Anwohnerinnen und Anwohner umliegender Straßen durch dieses Organisationswirrwarr nicht nur belästigt, sondern durch den immensen Verkehr auch noch großen Gefahren ausgesetzt sind. Hinzu kommt noch eine Umleitungsbeschilderung, die deutlich Raum für Verbesserung lässt.

Die FDP als stärkste Oppositionskraft erwartet vom Bürgermeister, einschließlich dem zuständigen Fachamt, eine nachvollziehbare Stellungnahme.

Die Freien Demokraten werden durch den bisherigen Verlauf eher an die Behördensatire „Blaumilchkanal“ von Epharim Kishon erinnert.

Eschborn, 04.07.2022


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